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Angesichts der erhöhten Terrorgefahr fordert die DGU die deutschen Kliniken auf, sich auf entsprechende Notfälle vorzubereiten und appelliert zugleich an die Politik, die finanzielle Unterstützung für die Notfallversorgung auszuweiten. (Bild: Monkey Business Images/Shutterstock)
0 Comments Dec 9, 2015 | News Germany

Terrorgefahr: Notfallversorgung benötigt Vorbereitung und muss finanziert werden

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BERLIN – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) hat ihre Mitgliedskliniken aufgefordert, Krankenhaus-Alarm- und Einsatzpläne zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren, Übungen für einen Massenanfall von Verletzten durchzuführen und ausreichend OP-Material vorzuhalten. Grund ist die aktuell auch in Deutschland erhöhte Terrorgefahr.

„Die Unfallversorgung ist hierzulande auf Massenanfälle von Verletzten bei Pkw-Serienunfällen, Zug- oder Busunglücken sowie Massenpaniken gut vorbereitet. Leider zählen derzeit auch terroristische Anschläge zu den zu erwartenden Großschadensereignissen, so dass wir die Kliniken zu einer erhöhten Alarmbereitschaft aufgerufen haben“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Reinhard Hoffmann.

Die Terrorgefahr hat in der letzten Zeit auch in Deutschland zugenommen. Das stellt eine besondere Herausforderung für die Unfallchirurgie dar, da es sich sehr schnell um eine erhebliche Anzahl verletzter und schwerverletzter Patienten handeln kann – wie es jüngst in Paris der Fall war. Unfallchirurgen konnten mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU dazu beitragen, die Schwerverletztenversorgung auch bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) in den letzten zehn Jahren deutlich zu verbessern. Deutschland verfügt über ein Notfallnetz mit über 600 unfallchirurgischen Kliniken und Abteilungen, die sich in 51 zertifizierten regionalen TraumaNetzwerken zusammenschließen.

„Die Zusammenarbeit der Traumazentren in den regionalen Traumanetzwerken, eng abgestimmt mit den Rettungsdiensten, hat sich bereits in der Vergangenheit wiederholt bewährt. Insbesondere bei Massenunfällen auf Autobahnen und Großveranstaltungen sowie Bahnunglücken können viele Patienten schnell und effizient versorgt werden“, so Hoffmann, der als Ärztlicher Direktor an der BG Unfallklinik Frankfurt am Main gGmbH tätig ist.

Im Fall eines MANV gibt es in einem TraumaNetzwerk klar definierte Ablaufpläne. Dabei gelten so lange wie möglich die Qualitätsansprüche der individualmedizinischen Versorgung von Schwerverletzten. „Sind die lokalen Ressourcen überlastet, kann über die Struktur des Traumanetzwerkes eine überregionale Versorgung in geordneten Bahnen angeboten werden“, sagt Hoffmann. Zudem hat die DGU in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland e.V. ein nationales Krankenhausregister ausgearbeitet. Zukünftig gibt es damit eine bundesweite Übersicht über die Versorgungskapazitäten für Traumapatienten.

Darüber hinaus verfügt jede Klinik über den gesetzlich vorgeschriebenen Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplan. Darin ist die Betriebsumstellung vom Regelbetrieb auf einen „Notfallbetrieb“ beschrieben. Er umfasst Lage- und Ablaufpläne, Wege der Mitarbeiteralarmierung sowie ein situationsangepasstes Ressourcenmanagement.

„Gerade in Zeiten erhöhter Terrorgefahr ist eine gute Vorbereitung der Kliniken notwendig. ‚Vorbereitet sein!‘ ist einer unserer Schlüsselsätze. Dazu gehört, dass der Katastrophenplan einer Klinik aktuell gehalten und in regelmäßigen Abständen praktisch erprobt wird“, erklärt Hoffmann.

Dabei appelliert der DGU-Generalsekretär auch an die Politik: Obwohl die Kliniken im Schadensfall die Hauptlast der Versorgung tragen müssen, ist die öffentliche finanzielle Unterstützung für diese Vorratshaltung an Material und Personal unzureichend – die Notfallaufnahmen der Kliniken sind unterfinanziert. Auch die verschiedenen Übungsszenarien für einen Massenanfall von Verletzten verursachen Kosten, die von den Krankenhäusern selbst getragen werden müssen. „Wir halten rund um die Uhr 365 Tage im Jahr eine hohe technische Ausstattung mit trainiertem Personal vor, um Schwerverletzte bestmöglich zu behandeln. Hier erhoffen wir uns zukünftig eine stärkere politische und wirtschaftliche Unterstützung, wenn es um die Abbildung unserer Vorhaltekosten geht“, macht Hoffmann klar.

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